Rückblick 2026

Rückblick 2026

25 Jahre TWINDURO-Treffen

[Autor: Jens Homberg]

Das Jubiläumstreffen vom 7. – 10. Mai bot spendenfreudigen Twinduristen ein volles Programm und die Gelegenheit, dem Weserbergland etwas Gutes zu tun.

Im Mittelalter hätten Burgherren wohl keinen Gefallen daran gefunden, wenn dieselbe Horde jedes Jahr auf ein Neues ihre Burg erstürmt. Nicht so Gesine, Pete und Nicole, die Burgleute auf der Tonenburg. Und es sind ja auch keine wilden Horden, die jedes Jahr im Mai aus dem ganzen Land und darüber hinaus auf der Burg Quartier machen, sondern die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Twinduro-Treffens.
Ein Vierteljahrundert Twinduro – das sollte gebührend zelebriert werden. Die 180 Treiberinnen und Treiber von Reiseenduros aller Marken, Gewichtsklassen und Baujahre auf die Burg zu rufen ist mittlerweile ein Selbstläufer und wurde auch diesmal von einem neuen Rekord gekrönt: Nur drei Stunden nach Freischaltung der Anmeldung war das Treffen zu 98% ausgebucht! Das Twinduristen ohnehin keine wilde Horde und sehr wohl diszipliniert sind, konnten sie in diesem Jahr trefflich unter Beweis stellen, da das Orgateam um Jens Homberg und Martin Nittscher zu einem Motorrad-Korso durch den Solling aufrief. Das war für ein Twinduro-Treffen eher außergewöhnlich, geht es doch traditionell in 6er-Teams klein, kurvig und oft staubig durch das Weserbergland. 

Das Orgateam hatte sich jedoch zum Ziel gesetzt, sich für die vielen Jahre Gastfreundschaft beim Weserbergland zu bedanken – in Form einer Spendenaktion! Das Geld sollte einer Einrichtung zu Gute kommen sollte, die ebenfalls Gutes tut und einen finanziellen Zuschuss gebrauchen kann. Die Wahl fiel nach kurzem Abwägen auf die Stiftung „Kinderheimat Solling“ in Neuhaus, in welcher Kinder aus schwierigen familiären Verhältnisse seit vielen Jahrzehnten eine neue Heimat finden. Hier hat man die Renovierung der Turn- und Mehrzweckhalle vor der Brust, die für viele Veranstaltungen den Mittelpunkt bildet. Nach einem Vor-Ort-Termin war das Orgateam sich auch sicher, wo die Spendengelder nach dem Motto „25 Jahre – 25 Scheine“ schließlich landen werden.  So wurden dann alle Twinduristen per Mailing-Liste gebeten, sich für den guten Zweck generös zu zeigen und am Ende – so der Zielbetrag – 2.500 Euro zu spenden. Wird es etwas mehr, so soll es auch nicht schaden.

Um noch mehr Aufmerksamkeit für die Aktion zu wecken, wurde ein Motorrad-Korso geplant, der von der Tonenburg durch den Solling zum Gasthaus Johanning in Eschershausen und wieder zurückführen sollte. Dabei wurde Neuhaus im Solling gleich zweimal passiert – auch weil die Routen der Roadbooktouren den kleinen Bergort in den letzten 25 Jahren gleich mehrfach durchquert haben.

Neuland war für das Orgateam jedoch die Planung des Korsos unter Einbeziehung aller relevanten Behörden – die sich auf gleich zwei Bundesländer und drei Landkreise verteilten, durch welche die Route führte. Nicht zuletzt aufgrund der Unterstützung der Polizei Holzminden, durch deren Zuständigkeitsbereich die Strecke im Wesentlichen führte, konnte der Korso wie geplant in einer Marschkolonne durchgeführt werden und so rollten am 8.Mai 63 Twinduristen, plus mehrere Road-Marshalls der MTAS-Staffel Nord, dem Orgateam und einem Krad der Polizei Holzminden an der Spitze durch den Solling – und an einer Schar winkender Kinder und Betreuerinnen vorbei, da die Route an der Rückseite des Heimgrundstücks verlief.  An dieser Stelle sei ein ganz herzlicher Dank allen Beteiligten ausgesprochen, welche die gemeinsame Ausfahrt ermöglich haben. Viel Lob gab es letztlich von Polizei und MTAS auch für die Twinduristen: So disziplinierte Korso-Teilnehmer hatten diese auch noch nicht erlebt!

Das der Charity-Korso dem Spendenzweck noch einen Schub geliefert hat, war auch daran zu erkennen, dass noch am selben Abend die 3.000 Euro Marke überschritten wurde! 
Doch nicht nur dies wurde am Freitagabend vom Orgateam auf der Bühne des Ackerhauses verkündet. Die Ohren mussten die Twinduristen vor allem im Verlauf des Briefings für die am nächsten Tag stattfindende Roadbooktour spitzen, die seit 2003 im Mittelpunkt des Twinduro-Treffens steht – verbunden mit der Aufforderung, sich für den kommenden Tag wie alle Jahre wieder in 6er-Teams zusammenzufinden, in welchen das Roadbook, Aufgaben zu Land und Leuten und zwei Stationen mit unterhaltsamen Herausforderungen zu meistern sind.

Da sich das Orgateam bei der Anreise am Mittwoch im kalten Dauerregen klaglos hat aufweichen lassen, gewährte Petrus am Samstag dafür allen ein Traumwetter: Sonnenschein, ein weiß-blauer Himmel und bis zu 20 Grad Temperatur. Nur für die langen Staubfahnen auf den Offroad-Abschnitten reichte es noch nicht überall, denn die matschigen Abschnitte konnte die Sonne dann doch noch nicht ganz abtrocknen – was die einen freudig Dreck schleudern ließ und andere zu einer doch eher vorsichtigen Gashand animierte, um an einigen Passagen nicht aus dem Gleichgewicht zu geraten – was zumindest meistens gelang.

28 Teams machten sich am Samstag ab 9 Uhr auf rund die rund 150 Kilometer lange Roadbookstrecke, die zum Eggegebirge und wieder zurück zur Tonenburg führte. An Station 1 wurde jedoch eher an das marrokanische Atlasgebirge und vor allem an das diesem zu Füßen liegende Marrakesch mit seinen engen Gassen in der Medina erinnert. Durch die arbeiteten sich Jens und Ilka vom Orgateam mit ihren Africa Twins auf einer Marokkoreise. Verwinkelte Gassen, die auch mal in einer Sackgasse enden? Das lässt sich doch mit einem „Medina-Parcours“ prima nachstellen, der zwei Tage zuvor auf dem Gelände des SV30 Bergheim austrassiert wurde. Wie am Originalschauplatz waren hier vor allem die Teams im Vorteil, die sich beim Gas geben zurück und mit dem Hintern das Gleichgewicht hielten. Zur Halbzeit und paar Fahrminuten später lockte auf der anderen Seite des Varusberges dann im Gasthaus Kukuk die wohlverdiente Mittagsrast. Die Wirtepaar hatte eine sehr schmackhafte „kleine Bikerkarte“ vorbereitet, die sogar liebevoll mit dem Twinduro-Logo geschmückt war.

Gegen einen vollen Bauch hilft bekanntlich Bewegung. Die konnten sich die Teams nach 32 weiteren Asphalt- und Schotterkilometern an Station 2 in Holzhausen verschaffen. Hier musste jedoch nicht das komplette Motorrad bewegt werden, sondern nur ein 21-Zoll-Vorderreifen durch einen Slalomkurs. Die letzten Kilometer bis zur Tonenburg boten noch einmal einige Abwechslung – landschaftlich und auch den Fahrbahnbeleg betreffend. Diesbezüglich waren dann auch diejenigen im Vorteil, die beim Briefing auch wirklich die Ohren gespitzt und die doch etwas tiefgründigere Off-Road-Passage bei Altenberge nicht mit der Umfahrung verwechselt haben, welche eigentlich für die doch eher straßenorientiert Bereiften vorgesehen war – was zu einem regelrechten Stau vor dem Matschloch im Wald führte.

Letztlich aber kamen alle Teams wohlbehalten wieder auf der Tonenburg an, wo vor der Stärkung am leckeren Grillbüffet sogleich die Auswertung der Aufgaben und der Stationen begann. Auf Platz drei landete das zumindest in Sachen Ehrgeiz wohl doch ganz gut im Futter stehende „Hungerleider-Racing-Team“, knapp hinter dem zweitplatzierten Team „Fette Kette“. Siegreich und ganz oben auf dem Treppchen stand am Ende das Team „4+2+1=6“.
Wer so erfolgreich ist, darf sich auch mal eine kleine Anspielung auf die eigentlich offizielle Auflage erlauben, dass die Teams sich doch bitte immer mit sechs Motorrädern auf die Roadbook-Tour begeben sollten.

Eine Rechenaufgabe stand am Ende jedoch noch an: die Addition der finalen Summe der Spendenaktion! Diese lag mit 4.250 Euro weit über dem ursprünglich anvisierten Betrag – zur großen Freude des Teams der Kinderheimat Solling, welche am Sonntagmorgen freudestrahlend den symbolischen Scheck aus den Händen des Orgateams entgegennahm. Das größte „Dankeschön“ gilt jedoch den spendenfreudigen Twinduristen, welche dem Jubiläumstreffen auf diese Weise die Krone aufsetzen konnten!

Zum Abschluss eines rundum gelungenen Jubiläums-Wochenendes wurde den anwesenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern bereits der Termin für das nächste Jahr verkündet:
Das 26. TWINDURO-Trefen findet vom 30. April – 2. Mai 2027 wieder auf der Tonenburg statt. 

Bilder „Orgateam“ (externe Links)

Bilder/Videos „Teilnehmer“ (externe Links)

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